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1997 feierte die Stadt Wilsdruff mit ihrer Ev.-Luth. Kirchgemeinde das 100jährige Bestehen der jetzigen St. Nikolaikirche.

An gleicher Stelle hatte seit dem 13. Jahrhundert eine dem Schutzpatron der Schiffer und Reisenden gewidmete Kirche die Entwicklung der späteren Stadt und ihrer Bürger begleitet. Mehrmals (1447, 1686) war sie mit der Stadt abgebrannt. An der 1693 erbauten Kirche wurden schließlich so umfangreiche Schäden sichtbar, daß sich der Kirchenvorstand zum Neubau der jetzigen Kirche entschloß, die 1897 eingeweiht wurde. Sie ist der erste Kirchenbau von Woldemar Kandler (1866-1929) nach eigenen Plänen. Bauzeugnisse aus der frühesten Kirche (das spätromanische Portal im Vorraum) wie Altar und Kanzel aus der Barockzeit verdeutlichen ebenso wie der 1897 errichtete Bau den ständigen Willen der Einwohner, sich in ihrer Kirche ein bleibendes Zeichen ihrer eigenen Entwicklung, Geschichte und Identität zu geben und zu bewahren.

Neben den aktuellen Aufgaben der Kirche als gottesdienstlicher Versammlungsraum der Kirchgemeinde, als akustisch wertvoller Raum für Orgel- und Chormusik (1969 wurde von den Gebrüdern Jehmlich aus Dresden einen neue Orgel gebaut), als großer Raum für Bürgertreffen (in der Wendezeit) und übergemeindliche Begegnungen ist mit dieser Kirche auch ein Moment der geistlichen Geschichte Sachsens besonders verbunden: Von 1928 bis zu seinem Tod im Konzentrationslager in Dachau 1942 war der durch seine kompromißlose Christuspredigt den Nationalsozialisten unbequeme Paul Richter hier Pfarrer.

Besichtigungen: nach Absprache mit dem Pfarramt Wilsdruff
Gottesdienste: in der Regel sonntags 9.30 Uhr