Wendischbora

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Wer von Meißen kommend auf der Bundesstraße Richtung Deutschenbora und Nossen unterwegs ist, wird kurz nach Katzenberg linker Hand die Kirche von Wendischbora erblicken. Am Rande des Dorfes ist sie gelegen, in anmutiger Lage, vom Friedhof umgeben.

Im 14.-17. Jahrhundert lebte auf dem z.T. heute noch erhaltenen Rittergut die Familie von Maltitz, die bereits in früheren Zeiten - in unmittelbarer Nähe zum Rittergut - eine Kirche errichten ließ. Zweimal brannte das Kirchengebäude völlig nieder: 1637 durch die Schweden, 1833 durch einen Brand im Brauereigebäude des Rittergutes. Um eine Wiederholung dieses Unglücks zu vermeiden, tauschten die Kirchgemeinde und das Rittergut Land. So wurde auf dem alten Schäferfeld bereits 1833 mit dem Neubau einer Kirche begonnen. Ein Jahr später (!) konnte das Gebäude eingeweiht werden. Entstanden war ein freundlicher, lichter Innenraum mit 2 Emporen.

Der Kanzelaltar mit Stilelementen des Klassizismus wird zu beiden Seiten flankiert von Patronatslogen (1834) der Familie von Feilitzsch. Die heutige Farbgebung des Kanzelaltars und der Emporen wurde anläßlich des 50jährigen Kirchenjubiläums 1884 gestaltet. Die aus dem Jahre 1834 stammende Orgel ist eines der wenigen erhaltenen Werke der Orgelbaumeister Johann Gottfried Müller und Christian Friedrich Reiß aus Neugersdorf und hat einen Prospekt nach Art des Rokoko.

Ein Ofen (1898) auf der linken Seite des Altarplatzes ist ein eindrucksvolles Zeugnis alter Eisengießkunst.

Besichtigungen: Schlüssel über Monika Zideck, 01623 Wendischbora, Nr. 50, Tel 035242 67653
Gottesdienste: alle 14 Tage 8.30 Uhr oder 10.00 Uhr