St. Urbanskirche Meißen

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Die alte Cöllner Kirche wurde 1691-1701 als Barockkirche gebaut. Bis zum Neubau der Johanneskirche 1898 diente sie als Gemeindekirche. Seitdem wird sie als Friedhofskapelle genutzt.

Archäologische Grabungen zeigten den Grundriß der romanischen St. Urbanskirche aus dem 12. Jahrhundert. Die halbrunde Apsis dieser Saalkirche ist auf dem Fußboden der heutigen Kirche gekennzeichnet. St. Urban ist in der Patronatstradition den Winzern zugeordnet. Aus der ältesten Kirche sind ein sehr ausdrucksstarker, gotischer Flügelaltar, die Kanzel von Valentin Otte und ein gotisches Kruzifix erhalten. Der Altar zeigt Petrus und Paulus, die Märtyrerinnen Barbara und Katharina sowie Bischof Urban mit der Weintraube.

Die Sakristei ist ein gotischer Anbau an die ursprüngliche romanische Kirche mit einem Zellengewölbe. Am Turmportal ist das Mono-gramm Johann Georg IV. (1691-94) angebracht. Eine Kanonenkugel erinnert an den Beschuß des Dorfes Cölln durch französische Artillerie im Jahre 1813. Interessant sind auch ein romanisches Ritterdenkmal in Form einer Stele mit Malteserkreuz (etwa 1200) und das Grabmal des 1657 verstorbenen Pfarrers Johannes Hund.

Die St. Urbanskirche sollte um 1985 aufgegeben werden, da weder kirchliche noch staatliche Mittel für die Erhaltung zugesagt wurden. Dank des besonderen Einsatzes der Johanneskirchgemeinde und ihres damaligen Pfarrers Sieger von Kirchbach konnte die Kirche gerettet werden.