Rödern

roedernDie erste urkundliche Erwähnung einer Kirche von Rödern erfolgte bereits 1370 durch den Bischof von Meißen, der den "Vicar zu Redir" durch das Kloster Altenzella mit der Vakanzvertretung beauftragt.

Nach dem 30-jährigen Krieg musste die stark beschädigte kleine Kapelle abgerissen werden. An deren Stelle baute 1651 Freiherr Reinhard von Taube unsere Peter- und Paulskirche für 2000 Gulden als eine stattliche Saalkirche. Die von Taubes dienten als Oberstallmeister am Sächsischen Kurfürstenhof in Dresden. Sie errichteten mit der Röderner Kirche für ihre Familie eine Erbbegräbnisstätte und für die Röderner Gemeinde ein Kirchengebäude.

Über der linken Empore sind 3 Epitaphien der von Taubes angebracht, aus Holz geschnitzt, prächtig bemalt und vergoldet (17. Jh.).

Das älteste Grabmal im Altarraum aus Sandstein stammt aus dem Jahre 1541 und zeigt im Halbrelief den Patronatsherrn Heinrich von Beschwitz und seine Frau Katharina.
Der 8 m hohe Altar wird von 2 Säulen umrahmt. Auf den Pilastern unter den Säulen sind die Familienwappen. Neben den Säulen sieht man als Holzplastik den Apostel Paulus (links ) und den Apostel Petrus mit Schlüssel (rechts). Der Altar wird bekrönt mit der Figur des auferstanden Christus als Salvator mundi.

An der geschnitzten Kanzel sind die 4 Evangelisten mit ihren Symbolen dargestellt. Die Kanzel befand sich früher an der linken Kirchenschiffseite und wurde zum 300-jährigen Reformationsjubiläum in die Mitte des Altars eingebaut. Noch heute erkennt man das an ihrer Asymmetrie.
Über der Sakristei ist die "herrschaftliche Betstube" des Patronatsherren. Dort steht ein wunderschöner Kachelofen mit französischen Kacheln aus dem Jahr 1660.
1997 konnte eine umfangreiche Sanierung des Dachstuhles und der Dacheindeckung durchgeführt werden.
Wenn die Gemeinde aller 14 Tage sonntags um 10.30 Uhr Gottesdienst feiert, wird zum Abendmahl noch der vergoldete Silberkelch und die Abend- mahlskanne aus dem Jahre 1692 verwendet.