Riesa-Weida

riesa-weida1Die kleine Kirche gehörte bereits 1226 zum Besitz des Klosters Riesa.
Sie hat dort ihren Platz gefunden, wo schon die Sorben ihre Toten bestattet und vielleicht ein Heiligtum verehrt hatten. 1753 wird der barockgestaltete Turm an die Kirche angebaut. 1854 -1864 wird das Langhaus vergrößert, der Chor erweitert und das Kircheninnere total erneuert. Dabei wird ein Schnitzaltar "von auffallend guter künstlerischer Qualität", der 250 Jahre zuvor aus Pausitz erworben wurde, entfernt und weggegeben. Der einzig davon erhaltene Flügel steht jetzt in der Albrechtsburg in Meißen.

1965 entsteht zwischen Alt- und Neuweida in Großblockbauweise eine neue Stadt. Auch die Kirchgemeinde wächst und man versucht entsprechende Räume zu finden oder zu bauen, damit aktive Gemeindearbeit möglich bleibt. Aber alles wird von den DDR-Behörden abgelehnt.

Nur eine Möglichkeit bleibt, die kleine Dorfkirche, die im Innern nicht denkmalgeschützt war, zu einem Gemeindezentrum umzubauen (vor allem in "Feierabendarbeit").

1974 ist der Umbau beendet. Es entstehen im ehemaligen Kirchenschiff ein Saal und ein Treppenhaus und im ehemaligen Altarraum durch eine eingezogene Decke unten und oben zwei kleine Räume.

Für den Kirchsaal gestaltete Wemer Juza aus Wachau bei Dresden ein Meditationswandbild und ein flächiges Altarkreuz mit dem erhabenen Gekreuzigten und dem Text des alten Hymnos "Christe, du Lamm Gottes..." in Kupfertreibarbeit. Juza schreibt später dazu: "Das Kreuz, zu erkennen als leerer Raum, ist die Mitte, d.h. Christus ist die Mitte unseres Daseins, verstärkt durch den umgebenden Kreis, eine Form die endlos ist. Die Mitte umgeben Symbole, die durch Augenformen und Flügelformen auf die himmlische Stadt Jerusalem hinweisen (Offb. 21). Symbole für Feuer, Erde, Wasser, Luft sollen Gottes allumfassende Schöpfung sinnbildlich machen. Im Ganzen: Gott, der alles in Händen hält." Altartisch, Taufständer und Kanzelpult sind aus Holz und Stahl (Stahlstadt Riesa!) neu geschaffen.

Anstelle der alten pneumatischen Orgel, die in die Kirche von Obergruna gegeben wurde, ist ein Orgelpositiv des VEB Orgelbau Dresden (Jehmlich) aufgestellt.
Die beiden Glocken sind 1695 von Andreas Herold in Dresden gegossen worden.


                                             Disposition Orgelpositiv in der Kirche Riesa-Weida