Riesa-Gröba

riesa-groebaDie heutige Kirche ist 1720 nur etwas höher (der alte Dachansatz ist auf dem Kirchenboden am Westgiebel zu erkennen) und als Saal auf den Mauern ihrer Vorgängerin erbaut worden. 1734 wurden der Turm und die Inneneinrichtung vollendet.

Aus der alten Kirche stammen die steinerne Altartischplatte und drei sehr schön gestaltete Grabdenkmale aus dem 17. Jahrhundert für die Gröbaer Schlossherrschaft aus dem Geschlecht der von Nitzschwitz.

Das vierte Epitaph an der Südwand wurde von Christoph Heinrich von Arnim zum Andenken an seine verstorbenen Eltern (die Mutter war eine geborene von Nitzschwitz) und seinen Bruder gestiftet.

Bemerkenswert ist das geschnitzte Akanthusblatt-Rankenwerk unter der Brüstung einer Betstube, geschaffen vom Holzschnitzer und Porzellangestalter Johann Christoph Ludwig Lücke, von dem alle Schnitzwerke stammen.

Als 1862 das Einsiedelsche Hammerwerk über die Betstuben der Gutsherrschaften von Bobersen und Merzdorf eigene Betstuben für seine höheren Angestellten gebaut hat, ist die barocke Bemalung der Holzeinbauten klassizistisch weiß und blaugrau überstrichen worden.

1996 ist anlässlich des Festes der 950-jährigen Ersterwähnung von Gröba (1046 schenkte Heinrich III. einen Burgward Grobi seiner Frau Agnes) mit der Restaurierung des Kirchen- raumes begonnen und 1999 ist sie abgeschlossen worden. Die barocke Farbfassung wurde wieder freigelegt oder entsprechend der Befunde rekonstruiert.

Eine Orgel erhielt die Kirche erst 1795, die 1907 durch eine von den Gebrüdern Jahn aus Dresden mit pneumatischer Traktur gebaute größere ersetzt und 1978 von Johannes Schubert erneuert und in den Registern etwas verändert wurde. Drei Stahlglocken, 1957 von der Firma Schilling aus Apolda gegossen, rufen zum Gottesdienst und zum Gebet, nachdem die 1912 und 1922 erneuerten Glocken in den beiden Weltkriegen eingeschmolzen worden waren.