Raußlitz

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Etwa 6 km nördlich von Nossen, am Fuße der Radewitzer Höhe, liegt das Dorf Raußlitz. Anmutig, mitten im Ort, steht eine der ältesten Dorfkirchen der Umgebung.

Im Zuge der deutschen Besiedlung wurde bereits um das Jahr 1000 hier eine Festungskirche mit einem trutzigen Turm errichtet. Dieser wurde erst im Jahre 1694 abgebrochen und durch einen Dachreiter ersetzt. Von einer frühen Erweiterung des Kirchenraumes zeugt ein Wandabsatz auf der Südinnenseite.

Trotz wiederholter Umgestaltung sind ein spätgotischer Strebepfeiler an der Südostecke sowie ein ebenso altes Südportal erhalten geblieben, die von einer sehr alten Bausubstanz zeugen.

In den Jahren 1998 bis 2002 konnte die dunkle graublaue Gestaltung des Innenraumes von 1924 vollständig durch eine hell leuchtende Ausmalung ersetzt werden, die barocken Charakter trägt. Zwei bei der Renovierung unverhofft freigelegte Engeldarstellungen zieren die Decke. Der Kanzelaltar trägt auf der Rückseite die Jahreszahl 1720 und zeigt prächtig restaurierte barocke Stilelemente. Die 1999 generalüberholte Orgel des Ostrauer Meisters F. Keller (1889) konnte im Jahr 2002 in ihrer originalen Farbgestaltung wiederhergestellt werden.

Auf eine Rarität der Raußlitzer Kirche sei besonders hingewiesen: im Turm hängt eines der ältesten Geläute der Umgebung. Die drei Glocken aus den Jahren 1519, 1520 und 1524 sollen aus dem Kloster Altzella nach Raußlitz gekommen sein. Bis zum heutigen Tag rufen sie in ihrem wunderbaren Zusammenklang früh und abends zum Gebet.
Zur Kirchgemeinde gehören 13 Dörfer.

Besichtigungen: Schlüssel über die Küsterin, Frau Redmann, 01623 Raußlitz, Raußlitzer Str. 24 (Nähe Kirche), Tel. 035242/50419
Gottesdienste: alle 14 Tage 8.30 Uhr oder 10.00 Uhr