Prausitz

prausitzPrausitz (ist ein Dorf im Königreich Sachsen) liegt im Meißner Kreise, 1 Stunde von Riesa, 3 Stunden nordöstlich von Meißen (und 1/4 Stunde von der neuangelegten von Seerhausen nach Klappendorf führenden Chaussee) entfernt.

Prausitz, auch Groß-Prausiz: im Munde des gemeinen Mannes gewöhnlich nur "Prauß" ausgesprochen, und in Urkunden unter den Namen Prausz, Prauscig, Prautzitz, Prawsitz, ebnenso in den Visitationsacten [Besichtigungs-, Untersuchungsakten] vom Jahre 1540 (aus einer Ortsbeschreibung um 1830).
Die bis zum Jahre 1540 zum Lommatzscher Sedes [ Amtssitz] gehörige Kirche wird 1575 eine Filiale [Tochterkirche] von Heyda.

Unter der Amtsführung von M. Johann Christian Werther wurde 1811 die Trennung von der bisherigen Mutterkirche durchgeführt, und wurde zur selbständigen Hauptkirche erhoben.

Im Jahre 1842 kam die Kirchgemeinde Prausitz von der Inspektion Oschatz in die Ephorie Großenhain.

Um 1750 wurde die alte Prausitzer Kirche immer baufälliger. Sie musste 1775 abgebrochen werden.
Vermutlich zwei ältere Damen aus dem Geschlecht von Schleinitz, die damals das Rittergut von Jahnishausen besaßen, vererbten der Prausitzer Kirche ein Vermögen von, so wird berichtet, 300.000 Talern. Diese für damalige Verhältnisse riesige Geldsumme machte es möglich, dass am 31. August 1775 schon wieder die Grundsteinlegung für eine neue, große Kirche erfolgen konnte. Eine auf Pergament geschriebene, mit dem Jahnishausener Gerichtssiegel versehene Urkunde in hölzerner Kapsel wurde vom Gerichtsdirektor in ein Blechkästchen verschlossen und in den Grundstein gesetzt.

1776 wurde das Kirchengebäude erbaut, 1777 war die Orgel fertig. 1778 zum Trinitatisfest wurde die Kirche geweiht, und 1781 war der Turm, und somit die Kirche vollendet.

Unter der Leitung des Chursächsischen Accis -Baudirektors Samuel Locke aus Dresden arbeiteten hauptsächlich Handwerker aus der nahen Umgebung; Martin Jäger als Zimmermeister aus Gostewitz, Daniel Beege als Maurermeister aus Nieder-Lommnatzsch. Bauaufseher war Adam Hennig.

Der Orgelbaumeister Dreibluth aus Dresden verfertigte das Holzwerk an Altar, Kanzel und Orgel, welches von einem unbekannten Meister reich vergoldet wurde; die herrschaftlichen Logen der Holzbildhauer Joseph Deibel aus Dresden.
Eine weitere Kostbarkeit sind vier bunte Bleiglasfenster, welche die Geburt, die Taufe, die Auferstehung Jesu Christi und das Pfingstfest thematisieren.
1981 wurden das Innere der Kirche, das Kirchenschiff und der Altarraum renoviert. Am 19. Juli, dem 5. Sonntag nach Trinitatis, war die Wiederindienstsetzung der Prausitzer Kirche. 


                                                            Disposition der Kirche zu Prausitz