Nossen

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Die Nossener Stadtkirche wurde als barocke Hallenkirche 1563 errichtet. Sie enthält außen beeindruckende Bestandteile aus der Grenzzeit zwischen Romanik und Gotik: zwei Portale aus dem nahegelegenen Kloster Altzella, die zwischen 1210 und 1240 entstanden sind. Eine romanische Kapelle aus dem Kloster, die 1563-1719 den Chorraum der Stadtkirche gebildet hatte, wurde durch den Stadtbrand 1719 restlos zerstört.

1722 wurde deshalb das Kirchenschiff auf die jetzige Größe nach Osten verlängert. Die Pläne für den Kanzelaltar wurden vom Dresdner Baumeister M. D. Pöppelmann für gut befunden. Da die Kirche damals viel heller war (weniger Emporen, dazu drei große gotische Fenster im Altarraum, die jetzt durch sehr kleine Fenster ersetzt sind), wirkte die dunkle Farbgebung des Altars sicherlich günstiger als heute. Ein neuer Taufstein aus Sandstein wurde 1723 gestiftet. Zwei Emporen wurden eingebaut sowie Logen für die Patronatsherren und die Meißner Gerichtsbarkeit, die jahrzehntelang in Nossen fungierte. Um 1890 kam eine 3. Empore dazu, um für die mit der Industrialisierung stark angewachsene Gemeinde Platz zu schaffen.

1990-1995 wurde die Kirche außen von der Turmspitze bis zu den Treppenfundamenten restauriert. Die Eule-Orgel aus dem Jahre 1934 im Stil der französischen Romantik mit 2227 Pfeifen wurde 1997 rekonstruiert.

In einem etwa meterbreiten Grüngürtel um das Kirchengebäude, der gegen viele Anfeindungen verteidigt wird, leben 84 Wildpflanzenarten, doppelt so viele wie um die riesige lutherische Kathedrale in Helsinki.

Besichtigungen: Die Kirche ist geöffnet von Ostern bis Ewigkeitssonntag, jeweils Sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr
Gottesdienste: sonntags 8.30 oder 10.00 Uhr