Naustadt

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An vielen Stellen im Meißner Land sieht man den leuchtenden Kirchturm von Naustadt. Den Reiz des Innenraums entdeckt aber erst der Besucher, dem sich ein Kleinod erschließt.

Der Chorraum der Kirche mit spätgotischen Stilelementen stammt aus der Zeit vor der Reformation. Er ist geschmückt mit mehreren Epitaphien aus 4 Jahrhunderten. Als Besonderheit kann ein Sandsteinepitaph aus der Hand des Porzellangestalters Johann Joachim Kändler bewundert werden - in einer beeindruckenden Weise umrahmt von den Symbolfiguren Glaube, Gerechtigkeit und Hoffnung. Zum Kändlerjubiläum im jahr 2006 soll die Restaurierung abgeschlossen sein.

Das Kirchenschiff wurde erst ab 1585 an den Chorraum angebaut und ist architektonisch schlicht - alle Aufmerksamkeit richtet sich auf den Altar und den ihn umgebenden Raum, in den in den Jahren 1596/1597 der Taufstein und die Kanzel eingefügt wurden.

Der Kirchturm ist der jüngste Teil der Kirche. 1717 ist als Baujahr zu lesen - seine heutige Gestalt erhielt er nach einem Brand 1846. Er ist der optische Mittelpunkt sowohl des alten sächsischen Rundling-Dorfes Naustadt wie der Kirchgemeinde, zu der auch Batzdorf und Scharfenberg mit ihren restaurierten Schlössern gehören.

Die Kirche wurde nach 1990 außen restauriert, zuletzt 2000 - 2002 das Dach über dem Kirchenschiff und das historische Uhrwerk von 1848.


Kändlerepitaph (Grabdenkmal für Alexander von Miltitz)

Das Grabdenkmal für den Oberhofmarschall Alexander von Miltitz aus dem Jahre 1738 stellt gestalterisch und künstlerisch eine Besonderheit dar. Im Unterschied zu herkömmlichen Grabmalen dieser Zeit zeigt das monumentale Wandgrab eine teils freiplastisch gearbeitete, raumgreifende Szenerie mit lebensgroßen Figuren. Der in sich sinkende, sterbende Aristokrat wird von weiblichen Personifikationen des Glaubens und der Stärke gehalten und betrauert. Vor einer aufwendigen Vorhangdraperie mit Baldachin schwebt ein Engel herab, der einen Lorbeerkranz des Ruhmes erreicht.

Laut Inschrift am unteren Saum des Bahrtuches stammt das farbig gefaßte, prächtige Grabmal von Johann Joachim Kändler. Es ist somit das einzig erhaltene Bildwerk aus Sandstein, welches zweifelsfrei dem führenden Meister des figürlichen Porzellans im augustäischen Sachsen zugewiesen werden kann. Allein schon deshalb ist das auch als "Kändlergrab" bekannt gewordene Denmal von besonderer Bedeutung für die sächsische Kunst des 18. Jahrhunderts, obgleich die Größe des Denkmals eine Beteiligung weiterer Bildhauer vermuten läßt. ...

Besichtigungen: Die Kirche ist in der Regel bei schönem Wetter tagsüber geöffnet. Sonst sind Besichtigungen nach Absprache mit dem Pfarramt Röhrsdorf oder über Frau Rudolph in Naustadt möglich
Gottesdienste: sonntags in der Regel um 8.30 oder 10.00 Uhr im Wechsel mit Röhrsdorf und Sora