Lorenzkirch

lorenzkirchDie Kirche wurde dem heiligen Laurentius geweiht und tragt seinen Namen "Sankt Laurentiuskirche".

Sie wurde um 1000 n. Chr. auf der höchsten Stelle als Kapelle errichtet und diente als Wallfahrtskirche.

1238 wurde sie in einer Urkunde des Domstiftes von Naumburg erstmalig erwähnt. Ihre Anlage ist romanisch.

Der Eingang dieser romanischen Kirche befand sich an der Seite in Richtung Elbe (Süden), was an den erhaltenen mit Ornamenten versehenen Schlusssteinen zu sehen ist. In den Turm führen zwei Stufen nach unten in die Kirche.

Der Fußboden der Kirche ist mit alten Grabsteinen und Ziegelsteinen ausgelegt.
Die Kanzel (1624, Sandstein) kam erst ca. 1952 in die Kirche. Sie stammt aus Thallwitz (Wurzen). Sie wird von einer Säule getragen, die Moses mit den Gesetzestafeln darstellt. Die Treppenwangen und Kanzel sind in einzelne Felder, mit Reliefdarstellungen, eingeteilt. Wir haben zwei Taufsteine. Der erste wurde von Prof. Paul gestiftet und stellt einen Engel mit erhobener Hand dar, der andere Sandstein wurde 1968 vom Steinmetzmeister Rudolf hergestellt.

Auf dem Altar befindet sich eine Kreuzigungsgruppe aus Lindenholz, die 1906 von Prof. Dr. Schreitmüller geschaffen wurde. Sie stellt den gekreuzigten Jesus, rechts eine knieende Bäuerin mit Ähre und links einen knieenden Schiffer dar, dessen Schiffsruder Ende 1945 bei den Kriegswirren abhanden kam. Im Altarraum befinden sich an der Wand rechts ein rundes Weihezeichen und links eine Grabplatte, darauf ein Mädchen mit Kranz und Gebetbuch. Laut Inschrift ist es die 1630 verstorbene M. Pflugin. Der alte Flügelaltar stammt aus der Renaissance und wurde 1575 gestiftet.
Die Orgel stammt aus dem Jahre 1859 und wurde als Opus No.7 des Dresdner Hoforgelbauers C. E. Jehmlich gebaut. Sie zählt zu den wenigen noch erhaltenen Frühwerken der Orgelbauwerkstatt Jehmlich und wurde 1999 generalüberholt und wieder in den Erstzustand gebracht.
Die Nieskaer Kirche wurde, nachdem ihr Vorgängerbau in kürzester Zeit unter Mitwirkung vieler Helfer aus Nieska und den umliegenden Dörfern abgetragen worden war, 1750/51 unter der Leitung des Pfarrers Christian Gottfried Tzschiedrich erbaut. Er hatte in seiner Dresdner Zeit als Kruzianer den Bau der Frauenkirche miterlebt und nach deren Vorbild die Zeichnungen zum Bau der Nieskaer Kirche erstellt.

Der Grundriss der Kirche bildet ein längliches Achteck, an einer Schmalseite in der Achse die rechtwinklige Tür. Das beinahe kugelförmige Dach krönt ein kräftiger, außen mit Brettern beschlagener, in einer Haube endender Dachreiter. Die Wetterfahne ist mit den Initialen des Stifters Graf Wackerbarth und der Jahreszahl 1750 verziert.

Im Innenraum der Kirche befinden sich an drei Seiten Emporen, der Tür gegenüber der Kanzelaltar. Er wird von zwei korinthischen Säulen eingerahmt, denen jedoch das sonst typische Akanthusblattwerk fehlt. Im oberen Altarbereich befindet sich über der durch ein Gebälk getragenen Separatverdachung ein Schild mit den hebräischen Buchstaben "JEHOVA". Die Ähnlichkeit mit dem Spansberger Altar ist unübersehbar. Die Kanzelbrüstung ist recht derb gestaltet. Das schlichte Gestühl tritt gegen den Altar in zwei Schrägen zurück. An der Altarseite befinden sich kastenartige Betstübchen mit gitterartigen Holzverschlüssen.

Das Alter und die Herkunft der Orgel sind umstritten, sie dürfte wohl aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts stammen. Die künstlerische Ausgestaltung des Prospekts ist dem Empirestil verwandt. Das Orgelwerk wurde 1940 von der Firma Schmeißer in Rochlitz überarbeitet und ein Orgelmotor eingebaut. Im Jahr 1951 erfolgte eine Innenrenovierung, bei der der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt wurde. Decke, Wandflächen, Emporen und Kanzelaltar erhielten einen hellen Anstrich und wurden teilweise farbig abgesetzt. Ein Jahr später wurde der aus der Zeit um 1720 stammende Leuchter gekauft.
1979 begannen wieder Restaurierungsarbeiten an der Kirche, welche sich über viele Jahre hinzogen. Im Inneren erhielt sie eine neue Stuckdecke, ein neues Dach, einen neuen Außenputz und Anstrich. Der Kronleuchter wurde restauriert und wieder auf "Echtkerzenbeleuchtung" umgebaut. Im Laufe der Umbauarbeiten wurden an der Kirche noch weitere Veränderungen vorgenommen: Heizung und Fußbodenfliesen wurden erneuert, der Abstand der Bankreihen wurde vergrößert, so dass die Kirche jetzt nur noch über eine Platzkapazität (incl. Emporen) von 130 Plätzen verfügt. Viele Arbeitsstunden leisteten Mitglieder der holländischen Partnergemeinde, so beim Marmorieren der Holzteile im Innenraum, sie versorgten das Blattgold und sammelten Spenden für die Kirchenrenovierung. Die Renovierungsarbeiten wurden immer wieder unterbrochen. In diesem Jahr wird die Erneuerung des Glockenstuhles in Angriff genommen, da seine Befestigung ein Läuten der Glocke aus statischen Gründen nur noch zu Gottesdiensten erlaubt und der Gesamtzustand eine Gefahr für das Gebäude darstellt.


                                                                     Disposition der Orgel in Lorenzkirch