Leutewitz

leutewitzLeutewitz, L e i t e w i z, liegt 3/4 Stunde ostsüdöstlich von Riesa, mit Gohlis, Poppitz, Heyda und Schänitz rainend, Nenchritz gegenüber, 2 Meilen nordwestlich von Meißen, auf dem linken Ufer der EIbe, 4 Stunden östlich von Oschatz entfernt gelegen.

Es gehört schriftsässig zum Rittergut Riesa, hat 20 Hufen, eine Mutterkirche (Heyda) und Schule, die unter der Inspection Oschatz und der Collatur (Besetzungsrecht für ein Pfarr- oder Schulamt) des Rittergutes Riesa steht (aus einer Ortsbeschreibung um 1830).

Die 1266 erstmalig erwähnte Kirche des Ortes gehörte zum Kloster Riesa, das 1530 die Kleinodien und die Barschaft der Leutewitzer Kirche als Türkensteuer deklarierte.

1346 und 1540 wird Leutewitz als eine besondere (Heida nichts angehende) Parochie [Pfarrsprengel, Kirchspiel, Hauptkirche] im Sedes (Amtssitz) Riesa beschrieben. Erst 1541 scheint Leutewitz Filial von Heyda geworden zu sein.

1650 vernichtete ein Blitz das ganze Dorf, nur die Kirche blieb erhalten.

Am 19. November 1801 brannten Kirche, Pfarre und noch 8 Häuser ab, verursacht durch eine unbeaufsichtigte Feuerstelle.
Das neu erbaute Gotteshaus wurde am 3. Sonntag des Advent 1803 feierlich eingeweiht.
Die Orgel lieferte 1817 Zöllner von Hubertusburg.
Der Gottesdienst begann bis zum Anfang des 20. Jh. sehr früh, im Sommer um 6.00 Uhr bzw. im Winter um 7.00 Uhr, weil der Pfarrer anschließend noch in seinem eigentlichen Pfarrdorf Heyda (denn Leutewitz ist nur Filial, obwohl der Pfarrer hier wohnt) zu predigen hatte. Die im Inneren freundliche aber schlichte, mit Emporen und einem Kanzelaltar ausgestattete Kirche, wurde in den Jahren 1997 bis 2000 äußerlich vollständig renoviert.


Orgel Leutewitz