Leuben

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1069 wird in Leuben ein Burgward erwähnt. An seiner Stelle steht heute weithin sichtbar die gotische Marienkirche vom Anfang des 16. Jahrhunderts. Ältere Teile wurden z.T. in den gotischen Neubau mit ein-bezogen. Bedeutsam ist das phantasievolle Zellen-Netz-Gewölbe im Kirchenschiff und Chorraum, dessen Formen vermutlich auf das Vorbild Arnold von Westfalens zurückgehen.

1738 schlug ein Blitz in den Turm ein. Um ein Übergreifen der Flammen auf das Kirchenschiff zu verhindern, riß man die Orgel, Betstände, Kanzel, Taufe und Altar heraus.

1740 wurde der neue Turmoberbau mit einer hohen barocken Kirche errichtet. Im Lauf der Jahrhunderte erfolgten mehrfach Veränderungen an der Kirche. Am gravierendsten gestaltete sie 1889/90 der Dresdner Baurat Christian Schramm um.

Den Chorraum schmücken drei farbige Bleiglasfenster, das mittlere mit der Darstellung des Auferstandenen. In der Turmhalle befinden sich wertvolle Epitaphien einiger Kirchenpatrone, u.a. das des Rudolf von Rechenberg (verstorben 1555), der sich als Visitator für die Ausbreitung der lutherischen Lehre einsetzte.

Im Turm gibt es eine kleine Ausstellung mit Fotos, Schautafeln und Kästen über die heimlichen Bewohner der Kirche: Schleiereulen, Turmfalken und Fledermäuse. Eine weitere Ausstellung zur Geschichte der Kirchgemeinde ist geplant. Die 1890 von Orgelbaumeister Franz Emil Keller gebaute Orgel wird 1999 generalüberholt. Die ehemalige Schleinitzer Patronatsloge mit 40 Plätzen wird als Winterkirche genutzt.

Besichtigungen: nach Absprache mit dem Pfarramt in Leuben
Gottesdienste: sonntags 10.00 Uhr in einer der drei Schwesterkirchen Leuben, Planitz oder Ziegenhain