Klosterkirche Riesa

riesa-klosterDie Gründung und der Bau eines Klosters beim heutigen Riesa fällt in die Zeit zwischen 1111 und 1119.
Gleichzeitig errichtete man eine Kirche bzw. Kapelle.

Nach einem Brand im Jahre 1243 wurde die Klosterkirche "St. Marien zu Riesa" 1244 bis 1261 im gotischen Baustil am heutigen Platze wieder aufgebaut.

Trotz mehrfacher Zerstörungen kann angenommen werden, dass der größte Teil der Grund- und Außenmauern zu den ältesten Bauteilen aus der Zeit um 1261 gehört.

Die Kirche besteht aus einem langgestreckten, rechteckigen Schiff.
In der Zeit von 1535 bis 1537 entstand der Chorraum mit dem Sternennetz-Gewölbe.
Der Kirchturm mit seiner Barockhaube ist seit 1745 in dieser Form erhalten geblieben. Von den ehemals drei Glocken ruft heute eine kleinere Glocke, mit der eingegossenen Jahreszahl 1924, zum Gottesdienst.
Bei größeren Umbauten 1909 entfernte man die Emporen sowie den Kanzelaltar und setzte die jetzigen Rundbogenfenster ein. Dabei wurde ein neuer Altar mit dem geschnitzten Altarbild von 1609 errichtet, welches bemalt und teilweise mit Gold überzogen wurde. Es stellt das letzte Mahl Jesu mit seinen zwölf Jüngern dar.
Ein Kunstwerk ist der ca. 400 Jahre alte Taufstein mit Familienwappen sowie biblischen Motiven zum Thema "Wasser".
Sehenswert ist auch das Totenschild des Christoph von Felgenhauer, das Riesaer Wappen über der Patronatsloge sowie ein Sandsteinrelief, welches die Dreifaltigkeit darstellt.
Die Orgel wurde 1848 durch Friedrich Nikolaus Jahn (Dresden) erbaut und steht unter Denkmalschutz. An ihrem guten Klang kann man sich noch heute bei Konzerten und Gottesdiensten erfreuen.
Weithin bekannt sind die Grüfte der Klosterkirche. Dabei ist interessant, dass die Körper der Beigesetzten teilweise nicht verwest, sondern durch Austrocknung mumifiziert worden sind. Im Jahre 1811 bemerkte man diese Erscheinung. Seit 1973 wurden die Begräbnisstätten so hergerichtet, dass sie von Zeit zu Zeit der Öffentlichkeit zugänglich sind.
Nach gründlichen Außenrestaurierungsarbeiten von 1992 bis 1995 erstrahlt die Kirche wieder in neuern Glanz. 


                                                Disposition der Orgel in der Klosterkirche Riesa