Kirche Sacka

sacka

Die heutige Kirche von Sacka ist wahrscheinlich die älteste evangelische Kirche in der Umgebung. Sie war nie katholisch, weil sie in ihrer Form erst nach der Reformation entstand.

Die Kirche mit dem Friedhof, dem Pfarrhaus und der Schule standen früher in der Mitte des Dorfes, dort wo heute der Gasthof ist.

Da die alte Kirche sehr baufällig war, wurde auf Veranlassung des Lehnsherrn Dietrich vom Loß eine kleine Kapelle, die sich am Südende des Dorfes befand, im 16.Jahrhundert zur Kirche erweitert und der Friedhof dorthin verlagert.

Das Pfarrhaus wurde bereits 1556 auf dem jetzigen Standort errichtet.
Die Apsis (Halbkreisbogen, in dem sich der Altar befindet) dürfte der älteste Teil der Kirche sein. Aus dem Vorhandensein der am Altarplatz befindlichen Grabdenkmäler von 1642 und 1553 ergibt sich, dass dieser Teil bereits um 1553 bestanden haben muss und Teil der Kapelle war. Die auf der Turmfahne angebrachte Jahreszahl 1615 deutet daraufhin, dass in diesem Jahr der Bau des Turmes vollendet wurde.

Eine umfassende Renovierung der Kirche erfolgte 1902. In die Sackaer Kirche sind außer dem Dorf Sacka noch weitere Dörfer eingepfarrt: Lötzschen, Stölpchen, Welxande und bis 1847 Thiendorf.
1540 wurden durch den Freiherrn vom Loß die Kirchgemeinden Sacka und Tauscha zusammengelegt; 461 Jahre später, im April 2001, kam es aus Umstrukturierungsgründen zum Schwesternkirchverhältnis mit der Kirchgemeinde Dobra.

Über seine Grenzen hinaus bekannt wurde die Sackaer Kirchgemeinde 1934/35, als sie mit dem damaligen Pfarrer Denneberg im Kirchenkampf dem Regime der "Deutschen Christen" (eine nazitreue Vereinigung) Widerstand leistete. Die evangelischen Gläubigen wurden von den "Deutschen Christen" am Besuch des Gottesdienstes gehindert. Es gab heftige Auseinandersetzungen zwischen den Gegnern. Im Jahre 1935 konnte aufgrund dieses Streites in Sacka keine Konfirmation stattfinden, sie wurde in eine andere Gemeinde verlegt. Pfarrer Denneberg musste sein Engagement mit einem halben Jahr KZ büßen, durfte danach aber wieder als Pfarrer arbeiten.

1945 brannte das Sackaer Pfarrhaus durch Kriegseinwirkungen nahezu vollständig ab, es wurde 1953 als erstes der sächsischen Landeskirche nach dem zweiten Weltkrieg wieder errichtet. Derzeit erfolgt eine umfassende Sanierung des Hauses.


                                                    Disposition der Orgel in der Kirche zu Sacka