Kirche Radeburg

radeburgDie erste urkundliche Erwähnung der Stadtkirche war 1350.
Wie ein größerer Kirchenbau ausgesehen haben könnte, ist nicht mehr zu rekonstruieren, da 1612 ein Brand die Kirche vollkommen zerstörte. Auch den Folgebau erfasste am 31. Juli 1718 eine große Brandkatastrophe, so dass die Kirche erneuert werden musste.
Der wegen Rissen 1769 vollständig abgetragene Turm wurde 1781 vollendet.

Im Zuge von umfassenden Erneuerungen 1898/99 erhielt der Kirchenbau insgesamt vier Treppentürme, und es erfolgte die Erweiterung der Südseite um einen Querschiffflügel, so dass die Radeburger Kirche heute einen kreuzförmigen Grundriss besitzt.

Das Kircheninnere wurde mit neuem Gestühl sowie mit einer neuen Empore versehen, und eine reich gestaltete Holzdecke ersetzte die vormals rissige und fleckige Rohrputzdecke.
Durch die Beseitigung einer Soldatenempore war Raum geschaffen, um den Altar zurücksetzen zu können.
Die Innenausstattung ist im Wesentlichen nach dem großen Brand 1718 entstanden.

Besonders der Altar sowie die Kanzel fallen wegen ihrer prachtvollen Gestaltung sogleich ins Auge. Das Altarbild aus dem Jahr 1746 ist eingebettet in einen 2,50 m breiten und etwa 7 m hohen Altar. Es zeigt den gekreuzigten Christus mit Maria, Johannes und die am Fuße des Kreuzes zusammengesunkene Magdalena. In der Mitte als Predella trägt Christus das Lamm auf der Schulter. Umrahmt wird dieses Bilderensemble von zwei korinthischen Säulen mit entsprechenden Pilastern. In der Mitte des Gebälks befindet sich eine Glorie mit Engelköpfen, symbolisch ist hier das Auge Gottes eingefügt. Der Altar ist in seiner Gesamtproportion harmonisch und ausgewogen, versehen mit fein herausgearbeitetem vergoldetem Akanthusblattwerk.

Die Kanzel entstammt der gleichen Zeit. Sie ist ganzflächig mit großen Akanthusblättern überzogen, die Kuppa tragen Kindengel. Ursprünglich waren die Felder an der Kanzel leer, sie wurden erst bei der Kirchenerneuerung 1998/99 mit den vier Evangelisten geschmückt.

Die 2-manualige Orgel wurde 1889 von den Gebrüdern Jehmlich, Dresden, mit 20 Registern gebaut.
Weitere Informationen zur Kirche können Besucher anhand von ausführlichen Schautafeln erhalten, die im geöffneten Eingangsbereich der Kirche angeordnet sind.


                                                                 Disposition der Orgel zu Radeburg