Kirche Naunhof

naunhofAn der Stelle, wo nun die Naunhofer Kirche steht, befand sich um 1350 eine Patronatskapelle, "aus Steinen erbaut und mit einem spitzen Holzturm", wie es in den Unterlagen heißt. 1578 wurde diese Kapelle teilweise abgetragen und erweitert neugebaut.

Die Kirche wurde im nachgeahmten romanischen Stil als saalartiger Bau errichtet. Anstelle des Holzturmes wurde der steinerne Turm erbaut, der heute noch steht. Nachdem ein Brand 1830 den Altar, die Orgel und das Innere der Kirche zerstört hatte, ging man 1830/1831 daran, das Innere der Kirche neu zu gestalten.

Der schöne schlichte Kanzelaltar der Naunhofer Kirche stammt aus dieser Zeit, ebenso die Orgel.
Die Naunhofer Orgel ist das älteste erhaltene Werk des Grünberger Orgelbaumeisters Gottlob Heinrich Nagel. Er war im 19. Jahrhundert ein bedeutender Orgelbauer im Dresdner Raum; heute ist sein Name jedoch weitgehend unbekannt.

Auch die Bemalung der Decke (als sogenannte Grisaillemalerei ausgeführt) stammt aus jenen Jahren. Die Decke und die Hohlkehle wurden durch gemalte Kassettenfelder untergliedert, wobei die Hohlkehle noch mit einer Reihe von Medaillons geschmückt wurde. Die Medaillons rechts und links neben dem Altar zeigen: Mose mit den Gesetzestafeln und Christus mit dem Abendmahlskelch. Die übrigen Medaillons zeigen die vier Evangelisten und einige Apostel.

Interessant ist der Taufstein. Er stammt aus dem Jahr 1956. Weil die kleine Bronzeglocke von 1697 fürs Geläut nicht mehr benötigt wurde, regte der damalige Naunhofer Pfarrer an, eine schlichte Taufschale auf die Glocke zu montieren. Seitdem tut die "Taufglocke" auf diese Weise als Taufstein ihren Dienst für die Naunhofer Gemeinde.
Zur Kirchgemeinde Naunhof-Steinbach, die der Kirchgemeinde Reinersdorf als Schwesterkirchgemeinde verbunden ist, gehören die Orte Beiersdorf, Lauterbach, Marschau, Naunhof und Steinbach.



Nagel-Orgel der Kirche Naunhof