Kirche Lampertswalde

lampertswaldeEine Kirche wird 1206 erstmals in Lampertswalde urkundlich erwähnt. Ein recht aufbrausender Priester namens Hildebrandus machte damals von sich reden. Obwohl er als Geistlicher für Lampertswalde verantwortlich war, wird von ihm berichtet, dass er sich auch "die Kirche von Kmehlen unbesonnen unterwerfen wollte und sich nicht gescheut hat, mit bewaffneter Hand in ebendieselbe einzudringen". Sogar der Papst musste sich in diesen Streit einschalten.

Das älteste erhaltene Ausstattungsstück der Kirche ist die mittlere Glocke aus dem Jahr 1462, die auch heute läutet. Sie trägt die Inschrift: O rex glorie veni cum pace ( O König der Herrlichkeit, komm mit Frieden).

Der Turm wurde 1694 errichtet. Diese Jahreszahl ist über dem Hauptportal in den Schluss-Stein gehauen. Schon vorher stand ein Turm an dieser Stelle. Er musste jedoch wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Bei einem größeren Umbau in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die heutigen Emporen eingebaut.

1861 konnte auch eine neue Orgel von Leopold Kohl aus Bautzen angeschafft werden.

Am Ende des 2. Weltkrieges wurden Dach und Dachstuhl durch Beschuss stark beschädigt. Zwei neue Glocken konnten 1956 als Ersatz für die im Krieg eingeschmolzenen angeschafft werden. Seither läuten wieder 3 Glocken.

Wer die Kirche betritt, entdeckt etwas besonderes: moderne Kunst! Der Dresdner Künstler Werner Juza hat 1973 den gesamten Altarraum ausdrucksstark neu gestaltet. Die beiden großen Wandbilder stellen links die Passions- und rechts die Osterzeit dar. In jeweils vier Teilen sind die biblischen Berichte zu sehen. Auf den Buntglasfenstern zu beiden Seiten des Altares sind die Weihnachts- und die Pfingstgeschichte zu sehen. So sind alle großen kirchlichen Feste bildlich dargestellt. Auch die Kanzel, der Altar und der Taufstein entstanden durch den Künstler neu. Sie sind aus Kupfer gearbeitet.

Der Name der Kirche geht übrigens auf ein Ereignis zurück, dass sich bis heute nicht mit Sicherheit nachweisen lässt: Martin Luther soll auf seinen Reisen durch Sachsen auch in Lampertswalde gepredigt haben. Daher heißt die Kirche seit 1883 Martinskirche.
   

http://www.kirche-lampertswalde-fotos.magix.net

                                                   

                                                                             Disposition Kohl-Orgel Lampertswalde