Johanneskirche Meißen

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Die Johanneskirche (1898) als Gesamtkunstwerk ist aus der Zeit des Übergangs von der Neugotik zum Jugendstil zu verstehen. Während die Architektur Theodor Quentins der Neugotik zuzuordnen ist, vermittelt die innere Ausgestaltung nach den Vorgaben von Pfarrer Hugo Hickmann bereits einen Hauch von Jugendstil. Typisch für den beginnenden Jugendstil ist die Bevorzugung einheimischer Materialien und das Einbeziehen industrieller Fertigung in die Kunst. So wurde zum Bau Meißner Granit sowie sächsischer Porphyr und Sandstein verwandt. Der Altar wurde von der Sächsischen Ofenfabrik Meißen, die Kanzel von der Firma Ernst Teichert aus Ton hergestellt.

Die Fenster des Altarraumes enthalten Glasmalereien mit biblischen Motiven. Links wird die Geburt Jesu Christi, des Lebensbrotes, rechts die Grablegung Jesu dargestellt. In der mittleren, oberen Rosette ist der erhöhte Herr mit den Worten: "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Re-ben" dargestellt. Wegen der johanneischen Bildrede vom Weinstock wurde der Name Johanneskirche gewählt, um den Bezug zum Weinbau auszudrücken. Die großen Emporenfenster sind mit reichen Pflanzenornamenten geschmückt. Besonders hervorzuheben ist der Triumphbogen mit dem Fresco von Sascha Schneider "Der Triumph des Kreuzes im Weltgericht". In der Brauthalle befindet sich das Gemälde "Jeremia" von Sascha Schneider. Eindrucksvoll ist auch der Prospekt der großen Jehmlich-Orgel.

Besichtigungen: von Mai - September ist die Johanneskirche mittwochs von 15.00 - 17.00 Uhr geöffnet, zu anderen Zeiten nach Absprache mit dem Pfarramt möglich.
Gottesdienste: sonntags 10.00 Uhr