Frauenhain

frauenhainDie Frauenhainer Kirche ist bis zum Ende des 19. Jahrhunderts das zentrale Gotteshaus der einst größten Landgemeinde im Großenhainer Land gewesen.
Die ältesten Gebäudeteile sollen aus dem 13. Jahrhundert stammen.

Frauenhain wird 1228 erstmals urkundlich erwähnt. 1284 bestand, wo später bis 1946 das Schloss war, ein Herrenhaus des Bischofs von Naumburg, das ihm als zeitweiliger Wohnsitz und Absteigequartier diente. Daher ist auch die Kirche im großzügigen Stil als Langhausbau, der heute aus einem Haupt- und einem nördlich gelegenem Schiff besteht, angelegt.

Um 1580 wurde, wie die Inschrift besagt, der Westgiebel erbaut und wahrscheinlich auch das Nordschiff. Die dicken Pfeiler dazwischen enthalten noch Teile der ursprünglichen Nordmauer. Die Dacherweiterung ist auch von außen, aber noch besser auf dem Dachboden zu erkennen. Über der Altarseite sind noch unversehrt die gotisch geschwungenen Deckenbalken mit den Nagellöchern der einstigen Schalung erhalten. Die später über der Orgel gezogene glatte Decke verdeckt seit über hundert Jahren die mittelalterliche Zimmermannskunst vor den Blicken der Kirchbesucher.

Der Flügelaltar , um 1510 von einem unbekannten Künstler geschaffen, ist geschnitzt, vergoldet und bemalt.
Zu Frauenhain passend, ist in der Mitte des Altars Maria auf der Sichel stehend, das die Weltkugel haltende Jesuskind auf dem Arm, umgeben von Sanctus Petrus, der den Schlüssel in der Rechten und ein Buch in der Linken trägt, zur rechten Seite des Mittelschreins St. Paulus, mit einem Buch in der Rechten. Links davon Johannes der Täufer und rechts außen Magdalena. Auf der Predella sind gemalt die Wappen derer von Pflugk und von Köckeritz.
An der Südseite im Innenraum des Hauptschiffes sind in Nähe des Altarraumes drei Epitaphe, etwa in der Mitte ein gotisches Kruzifix in halber Lebensgröße.

Die Inschrift der Kanzel, die seit 1904 wieder auf der Südseite sich befindet, erinnert an Pfarrer Zauling, der bis 1599 in Frauenhain das Pfarramt führte. Das Taufbecken aus Zinn stammt, wie die Inschrift besagt, von 1693. Der Taufstein enthält ältere Steine, die aus der Gründungszeit stammen könnten.
Das Mauerwerk in Erdnähe muss dringend saniert werden. Vorbereitungen dazu sind eingeleitet. Vorangegangene Generationen haben mit Liebe und Fleiß das ihnen Mögliche getan, um das bedeutendste Bauwerk unseres schönen Ortes zu erhalten. Unsere Generation sollte dem nicht nachstehen. Ein Besuch dieses originellen Gotteshauses lohnt sich aber schon jetzt.

Orgel in der Kirche Frauenhain