Boritz

boritzDen Namen des Ortes erklären manche aus p o und r i e c a, das bedeutet soviel wie "den Fluß entlang". Boritz, (nach dem Sorbischen: Waldort) liegt 3 1/4 Stunde nordwestlich von Meißen, 3/4 bis 1 Stunde von Riesa gegen ost-südosten, unweit der EIbe, am Fuße der Heidaer Anhöhe, in nicht bergiger, aber recht anmutiger Gegend, angesichts des Schlosses Hirschstein (aus einer Ortsbeschreibung um 1830).

Mit der Ansiedlung der deutschen Bauern im 12. Jahrhundert wurde im Bauerndorf eine Kirche errichtet.
Boritz hatte unter dem Namen Boruz schon 1259 seinen eigen PIeban [Pfarrer, Weltgeistlicher], namens Konrad, welcher als sehr reich erscheint.

Eine Kirche wird 1259/1260 genannt. 1269 war der Domprobst zu Meißen Patron der Kirche. An dieser Kirche war der, um die Geschichte Sachsens rühmlichst verdiente Mo Ursinus, vom 1. November 1772 bis zu seinem Tode am 10. Januar 1796 als Pastor angestellt.

Das Dorf stand im Jahre 1784 bis unter die Dächer in Wasser und Eis; der Ort litt über 400 Thaler Schaden, und Ursinus verlor dadurch ein mühsam ausgearbeitetes Manuscript, das er wegen Feuergefahr, in einem unterirdischen Kirchengewölbe, wo zuvor nie Wasser hinein gekommen war, aufgehoben hatte.

Die jetzige Kirche wurde 1754 inmitten eines ummauerten Friedhofes, über der kleinen, alten errichtet, welche dann abgerissen (Beginn 2. April 1755) und die Reste aus der Neuen herausgekarrt wurden. Der alte Turm war stehengeblieben. Am 24. August 1755, am 13. Sonntag nach Trinitatis, wurde in der neuen Kirche zum ersten Male Gottesdienst gehalten.

Am Ostabschluss erhebt sich der 1888 geschaffene Turm im neugotischen Stil mit schiefergedeckter hoher Pyramide, dazu mit 2 lebensgroßen Apostelfiguren (Petrus und Paulus) aus Kalkstein.
Der bedeutende Schnitzaltar von 1520 soll aus dem Meißner Dom stammen. Er wurde 1886 aus vorhandenen Teilen des Flügelaltars wieder zusammengesetzt, neu gefasst, und zeigt in der Mitte den heiligen Andreas flankiert von Laurentius und Nikolaus; in der Prebella die heilige Sippe; in den Flügeln den Schmerzensmann bzw. die Schmerzensfrau; im Gesprenge die Figur eines thronenden Weltheilands. Die bemalten Außenseiten zeigen den Papst Fabian sowie den heiligen Sebastian in einem zeitgenössischen Gewand.
Die Innenrenovierung der Kirche konnte 1982, mit Unterstützung vieler fleißiger Helfer und einem Aufwand von 2300 Arbeitsstunden, durchgeführt werden.
Die zu Boritz gepfarrten Orte sind Hirschstein, Althirschstein mit Gosa, Neuhirschstein, Bahra, Böhla, Niederlommatzsch, Oberlommatzsch und Schänitz.


Orgel der Kirche Boritz