Berbisdorf

berbisdorf

Die erste urkundliche Erwähnung von Berbisdorf datiert aus dem Jahre 1357 - 1612 ist die Geburtsstunde der Berbisdorfer Kirchgemeinde.

Bisher zur Kirchgemeinde Radeburg gehörend, stellte der damalige Schloßherr Zeidler den Dachboden des Schloßes für Gottesdienste zur Verfügung - nun konnten im Ort, im sogenannten "Schloßkirchlein", die Gottesdienste gefeiert werden. Zwar war immer noch der Radeburger Pfarrer zuständig, aber als Kirchgemeinde war man selbständig.

1842 wurde in Berbisdorf die erste Kirche gebaut, denn Pfarrer Nöther/Radeburg klagte über das "Schloßkirchlein": "Alle gottesdienstlichen Handlungen werden in einem, in dem Rittergutsgebäude 46 Stufen hoch unter dem Dache eingerichteten Betsaale verrichtet, sehr beschwerlich für die Gemeinde und den Pfarrer, im Sommer durch drückende Hitze, im Winter durch große Kälte, auch beschwerlich zu sprechen, und es wäre sehr zu wünschen, daß eine Kirche daselbst erbaut würde." Rittergutsbesitzer Bassenge stellte den Grund und Boden zur Verfügung, so dass unmittelbar am Schloßteich des Wasserschloßes Berbisdorf eine Kirche gebaut werden konnte.
Klein, aber für die Gemeinde ausreichend, fügt sich die Kirche in das Gebäudeensemble von Wasserschloß und Rittergut ein. Von der jetzigen Hauptstraße aus ist das Kirchengebäude kaum zu sehen. Der Haupteingang der Kirche zeigt zum Dammweg, der einmal die "Hauptstraße" für das Dorf war. Das Langhaus der Kirche wurde an einen 1711 erbauten Glockenturm angebaut. Dieser Turm war bis in 60ziger Jahre des 20. Jhh. im Eigentum des jeweiligen Schloßbesitzers. Erst als der Turm im Dachbereich derart schadhaft war, dass das Kirchendach in Mitleidenschaft gezogen wurde, ging der Turm durch Schenkung in das Eigentum der Kirchgemeinde über, weil der damalige Schloßbesitzer "Eigentum des Volkes" kein Interesse an der Erhaltung von Turm und Kirche hatte. Für die Kirchgemeinde wuchs die Baulast, aber Hilfe für das Bauwerk war in Aussicht. Um 1980 wurde der Turm saniert.
Das Kircheninnere war vom Regen, der durch das defekte Dach ungehindert eindringen konnte unbenutzbar geworden. So fand 1973 die vorläufig letzte Konfirmation in der Kirche statt, andere Gottesdienste nur sehr sporadisch - eigentlich war die Kirche als Kirche aufgegeben. Die Gottesdienste fanden wieder in einem Raum statt, diesmal im Pfarrhaus. Als Kirche für die Gemeinde stand die Kirche in Bärnsdorf zur Verfügung. Anfang der 90er Jahre ging die Gemeinde das Vorhaben der Restaurierung ihrer Kirche an.
Im Jahre 2000 konnte dann die Kirche wieder geweiht werden. Die umfangreichen Restaurationsarbeiten begannen mit der Sanierung des Dachstuhles, der Trockenlegung der Stützsäulen für die Emporen und der Instandsetzung der Fenster. Das Dach war zur Sicherung des Gebäudes Anfang der 70er Jahre gedeckt worden. Bei der Restaurierung des Innenraumes wurde die Farbfassung von 1842 wieder hergestellt, die zu Beginn es 20. Jahrhunderts übermalt worden war.


Orgel der Kirche Berbisdorf