Grund zum Danken!

Von Albrecht Reuther

Der Herbst ist gekommen, die Ernte beinahe abgeschlossen, die Felder teils schon wieder bestellt, andernteils noch auf die Einholung ihres Ertrags wartend.
Grund zum Danken! Es ist wieder gewachsen – das Getreide, das Obst, die Kartoffeln,  das Futter für die Tiere, und noch vieles mehr. Wir dürfen davon leben, wie jedes Jahr neu. Für mich ist das angesichts vieler Bilder aus anderen Teilen der Welt nicht selbstverständlich.  Es ist Grund zum Danken – mit Worten und wenn möglich auch mit Taten. Kann ich helfen dort, wo Mangel ist? Ich habe genug, mehr als genug zum Leben – davon kann ich abgeben. Viele Menschen engagieren sich in aller Welt, um Not vor Ort zu lindern, Leben zu retten, Hunger zu stillen, ja, nicht nur den, der den Magen knurren läßt. Dort kann ich unterstützen, auch wenn ich hier mein Leben lebe, arbeite und meinen Aufgaben nachgehe. Auch hier im Lande gibt es genug Gelegenheiten, die Hände und das Herz aufzumachen.
Danken will  ich auch denen, die mit ihrer täglichen Arbeit dafür sorgen, dass auf den Feldern etwas wachsen kann, dass Tiere vernünftig gehalten werden, dass mit den verschiedensten Produkten unsere Regale in den Verkaufsstellen voll sind. Danken auch dadurch, dass ich die Nahrung wert achte, darauf sehe, dass nichts umkommt – es tut mir weh, wenn ich Container und Mülltonnen mit Lebensmitteln darin wahrnehme. Dafür sind sie nicht gedacht….
Auch jetzt im Herbst,  nach den Großen Ferien, - der Urlaub ist vorbei, der Alltag hat uns alle wieder im Griff, - gibt es viele Möglichkeiten, mal anzuhalten, sich Zeit zu nehmen für das Genießen von „Früchten“ der Arbeit und Kunstfertigkeit anderer Menschen.  In vielen Schlössern um Meißen herum werden Konzerte angeboten, die Winzer laden ein in die Besenschänken und Gaststätten , in den Kirchen erklingen Orgeln, Stimmen der Chorsänger, Orchester, Kinderstimmen und vieles mehr.
In  Nossen  z.B. wird zum Erntedankfest am kommenden Sonntagnachmittag 16.30 Uhr  ein Literarisch-musikalisches Programm dargeboten mit dem Titel „Der Gipfel meines Entzückens – Ein Lob der Kartoffel“ von Antje und Martin Schneider. Der Titel verspricht Heiteres und Interessantes zu der berühmten Knolle.
Eine Woche später, am Sonnabend dem 30.9. kommt der Chor der Hochschule für Kirchenmusik Dresden nach Nossen zu einem Konzert, das Studenten dieser Einrichtung gestalten werden, auch an der Orgel. Mit Musik aus dem 16. Jhd bis zur Gegenwart schlagen sie interessante Kapitel der Musik auf. 
Und so findet der interessierte, kunstbewanderte oder auch nach Geselligkeit suchende Mensch im ganzen Landkreis in Dörfern und Städten Plakate und Hinweise auf traditionell stattfindende Veranstaltungen genauso wie auf überraschende, unvermutete Aufführungen.
Zeit zum Genießen – und zum Danken! Gott sei Dank.

Albrecht Reuther ist Kirchenmusikdirektor im Kirchenbezirk Meißen-Großenhain