Stadtfeste, Abschlussfeste, Kirchgemeindefeste

Von Stephan Vödisch

Du sollst den Feiertag heiligen, denn auch Gott ruhte am siebenden Tag der Woche.
Dieser Satz ist uns als Lebenshilfe in den 10 Geboten der Bibel gegeben. Wochenenden, an denen gefeiert wird, gibt es im Juni reichlich. Heimatfeste, Dorf- und Stadtfeste, Abschlussfeste, Kirchgemeindefeste und viele andere wollen noch vor Beginn der Sommerferien gefeiert werden. Jedes Fest für sich ist mit viel Liebe und Aufwand organisiert und einladend gestaltet – man möchte an mehreren Orten auf einmal sein! Aber gerade das geht nicht und alle Versuche, es doch zu schaffen, hinterlassen die Erkenntnis: Weniger wäre mehr gewesen. Umso schöner ist es, in all dem Feiern auch Orte der Ruhe zu finden. Unsere Kirchen und die oft im Rahmen der Festprogramme stattfindenden Gottesdienste laden dazu ein. So kann der Festsonntag zum Sonntag für uns ganz persönlich werden. Doch was bedeutet „heiligen“? Eine kleine Geschichte hilft uns bei der Klärung: Eines Tages kamen die Tiere zusammen, weil auch sie Sonntag haben wollten. Der Löwe erklärte: „Wenn ich eine Gazelle verspeise, ist für mich Sonntag.“ Das Pferd meinte:“Mir genügt eine weite Koppel, damit ich stundenlang austraben kann.“ Das Faultier gähnte: „Ich brauche einen dicken Ast, um zu schlafen.“ Der Pfau stellte stolzierend fest: „Nur ein Satz neuer Schwanzfedern, er genügt für meinen Sonntag.“ So redeten die Tiere stundenlang, und alle Wünsche erfüllten sich, aber es wurde unter ihnen kein Sonntag. Da kamen die Menschen vorbei und lachten: „ Ja, wisst ihr denn nicht, dass es nur Sonntag wird, wenn man mit Gott wie mit einem Freund spricht?“ So verschieden die Festanlässe und die Gottesdienste auch sind, es geht immer darum, Gottes Freundschaft und Liebe zu erfahren. Sie tut uns gut und stärkt für den Alltag.

Stephan Vödisch, Pfarrer der Kirchgemeinde Mohorn