Ostern ist dieses Mal anders

Von Matthias Bartsch 

Noch befinden wir uns in der Karwoche – so heißen die Tage vor Ostern, die an den Leidensweg Jesu erinnern. Höhepunkt dieser Woche ist der Karfreitag, an dem die Christen an die Kreuzigung Jesu denken. Dann aber – am Sonntag – beginnt das Osterfest. Zwei Tage sind es, die wir zum Feiern haben. Und die Osterzeit – die dauert knapp sieben Wochen bis Pfingsten. So ist das jedes Jahr. Dieses Jahr ist Ostern anders – zumindest in unseren beiden Kirchgemeinden Bloßwitz-Mautitz und Staucha. Also nicht das Fest selbst, aber die Art, wie wir es feiern. Diesmal treffen wir uns am Ostersonntag alle in der Stauchaer Kirche zum Gottesdienst. Der findet auch nicht am Vormittag statt, sondern beginnt 14.00 Uhr. Das ist für Familien besser und bietet die Möglichkeit, hinterher gleich noch zum Kaffeetrinken zusammen zu bleiben. Diese Art Gottesdienst feiern wir auch sonst ab und zu im Jahr. Wir nennen sie „ICH-BIN-DAbei-Gottesdienst“. Und dieser Name ist Programm: Alle Gruppen in der Gemeinde, Kinder und Erwachsene, Junge und Alte, kommen und machen mit.  Am Ostersonntag laden wir ein zu einer Siegerehrung. Das hat etwas mit dem zu tun, was Christen zu Ostern feiern. In einem Schaukasten habe ich auf einem Plakat folgenden Text gelesen: Ich war im Kino: Gehetzt, blutüberströmt, fertiggemacht, ging einer zu Boden – als Letzter von allen. Das war ein Western! Ich war in der Kirche: Gehetzt, blutüberströmt, fertiggemacht, stand einer auf – als Erster von allen. Das war ein Ostern! Als Überschrift über diesem Text stand: Kalauer. Ich habe das mal gegooglt – ein Kalauer ist ein „schlechter Wortwitz“. Aber so schlecht ist das gar nicht. Wenn ich es recht überlege, hilft mir dieser Text, wenigstens ein bisschen zu verstehen, was Ostern bedeutet. Da ist einer gestorben. Aber dabei ist es nicht geblieben. Er hat den Tod überwunden. Gott hat durch Jesu Auferweckung deutlich gemacht, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Stellen Sie sich vor, was das bedeutet in einer Welt, in der Gewalt immer mehr um sich greift... Ostern ist dann der Sieg Gottes über alles Todbringende. Und wenn das so ist, wenn Jesus auferstanden ist „als erster von allen“, dann ist das auch Hoffnung für uns. Dann wird der Tod auch über uns nicht das letzte Wort behalten. Und deshalb gibt es in unserem Gottesdienst am Ostersonntag eine Siegerehrung nach dem Motto: Jesus ist der Sieger – wir sind die Gewinner. Ostern ist dieses Mal anders in unserer Gemeinde. Auch die Töne und Klänge werden in diesem Gottesdienst anders sein als sonst. Das liegt daran, dass unsere Orgel zur Zeit restauriert wird. Sie kann also nicht wie sonst erklingen. Dafür wird es andere Musik geben – und vor allem werden wir viel miteinander singen. Wer aber gern mal sehen möchte, wie eine Orgel ohne ihr „Innenleben“ aussieht, ist ebenfalls herzlich eingeladen. Am weiteren Nachmittag wird dafür Gelegenheit sein.

Matthias Bartsch ist Pfarrer in Staucha und Bloßwitz-Mautitz