Grünes Licht für die Kirche Würschnitz

Von Eike Staemmler

Von außen sieht die Würschnitzer Kirche gut aus. Besser noch: Adrett, das heißt: hübsch, sauber ordentlich. Und innen hält sie, was sie verspricht. Ein augenfällig fröhliches Innenleben mit Taufstein und Altar und so dann wieder unscheinbarer Schmuck, der auf solides Handwerk schließen lässt. Das Auge freut sich und der Fotograf noch mehr. 
Aber schon 2011 war der adrette Anblick von der Friedhofseite her verschwunden. Das Dach hatte seine straffe Haltung verloren und war in sich etwas zusammen gesackt. Tatsächlich fand der Statiker unter der Dachhaut fehlende und nachträglich konstruierte Streben, die die Konstruktion von Dach und Turm/Dachreiter sanierungswürdig machen.  Seither haben wir uns bemüht, den Schaden aufzunehmen, die Genehmigungen und vor allem Geld zu beantragen.  Einbezogen sind der Turm und Turmbekrönung, Zifferblatt, Blitzschutz und  Dachentwässerung.
Es handelt sich um eine Summe von derzeit 200.000 €.
20% davon sollen EU/ILE-Mittel sein, 57% von der Landeskirche, 23 % ist der Eigenanteil. Nun scheint es nach allen Bemühungen auch grünes Licht für den Bau zu geben. Mit dem Eigenanteil hat die Gemeinde sich einen schönen Packen aufgeladen.
Die Kirche ist 1495 erwähnt und steht unter Denkmalschutz. Dazu ist sie ein Fledermausquartier. Mit diesen Komplikationen wird der Bau außerhalb der Nutzungszeit durch die kleinen Tierchen ab August losgehen. Es ist oft so, dass der Aufwand für solche „Nebennutzer“ unwichtig erscheint. Jedoch sind sie Anzeiger dafür, dass unsere nähere Umgebung einigermaßen gesund und lebendig ist und damit auch für größere Lebewesen lebenswert. Um den Lebenswert geht es mit einer solchen Kirche eben auch.
Ihr einzigartiger Charakter ist nicht mit Geld zu bezahlen. Es sind nicht nur die denkmalswürdigen Schätze und Bauteile. Sondern die Art, wie sie sich ins Dorf einfügt und jeden von Kleinnaundorf her auf der Straße begrüßt. So kann man sagen, dass sie den Eindruck des Dorfes entscheidend prägt. Natürlich nimmt man das erst im Augenwinkel wahr. Und wer immer dort wohnt, schaut da nie so genau hin und geht kaum direkt auf sie zu, um sie in Augenschein zu nehmen. Doch kaum ist eine Hochzeit, eine jubelnde Gedenkfeier mit Chor oder auch eine Beerdigung, da gilt sie als ein Höhepunkt und strahlt von innen und außen. Und von dort aus geht es dann in die Gaststätten  Jürgen Opitz und zu Frankes ist Kleinnaundorf. Außergewöhnliche Rituale brauchen einen schönen und musikalisch günstigen Raum. Wir leben eben nicht nur in Haus und Hof, sondern als Menschen zwischen Feld, Wald und Himmel. Die Kirche zeigt den Himmel an und gleichzeitig unverkennbar unser Dorf.        

Eike Staemmler ist Pfarrer in Sacka