Kinderbibeltage in Lampertswalde

Von Annette Waffenschmidt
„Klein, aber oho!“ Das sagen wir, wenn uns ein kleiner oder junger Mensch überrascht – positiv. Wenn jemand etwas bringt, was wir ihm oder ihr gar nicht zugetraut hätten. Wenn wir zugeben müssen: da haben wir jemanden gründlich unterschätzt! „Klein, aber wichtig!“ Das sagt Gott zu den Kindern. Achtzehn Kinder durften das bei den Kinderbibeltagen in Lampertswalde am Ende der Winterferien erfahren. Sie hörten die biblische Geschichte des großen Propheten Samuel, den Gott schon als Kind gerufen hat. Er war beauftragt, Wahrheiten zu sagen, die die Erwachsenen nicht mehr hören konnten oder  hören wollten. Die festgefahren waren im eigenen Denken. Die nur noch taten, was sie selbst für richtig hielten. Die nicht mehr offen waren für Kritik und neue Wege. Kinder sind Gott wichtig. Sie sind ihm alle herzlich willkommen. Und er hat wichtige Aufgaben für sie – nicht obwohl, sondern gerade weil sie Kinder sind. Keiner ist zu klein für Gott. Das ist die Botschaft, die die Kinder in diesen Tagen für sich mit nach Hause nehmen durften. Gerade Kinder haben oft feine Antennen, für das, was Gott sagen möchte. Mit ihrem Vertrauen können sie Vorbilder sein für die Großen – ihnen Mut machen, zuversichtlich zu sein und keine Angst zu haben. Am Donnerstag und Freitag der letzten Ferienwoche haben die Kinder nicht nur biblische Geschichten gehört, sondern auch fleißig gebastelt, viel gesungen, gespielt, gebacken und Rätsel gelöst. Mit viel Spaß und Begeisterung waren die Kinder dabei. Und zur Stärkung wurden sie jeden Tag mit einem leckerem Mittagessen bekocht.   Im Familiengottesdienst am Sonntag – dem Abschluss der Kinderbibeltage – haben die Kinder ihren Eltern, Großeltern und allen anderen Erwachsenen die Geschichte von dem kleinen „großen“ Samuel erzählt. Sie haben ihre Kinderbibeltagehits vorgesungen und eines dieser Lieder sogar mit selbstgebastelten Trommeln begleitet. Ein besonderer Höhepunkt des Gottesdienstes war die Taufe eines Kindes: Klein, aber wichtig! Niemand ist für Gott zu klein. Klein, aber wichtig! Eine Botschaft nur für Kinder? - Keineswegs. Auch Hanna, Samuels Mutter, erlebt: meine Sorgen sind für Gott nicht zu klein und unbedeutend. Er nimmt meinen Kummer wahr. Dort wo andere mich niedermachen, wo ich mich „so klein mit Hut“ fühle, da beachtet mich Gott. Hanna betet. Sie empfängt Kraft und Mut und erlebt: Gott hilft. Endlich hat sie wieder Freude am Leben, fühlt sich verstanden und geliebt. Samuels Geschichte ist eine echte Kindergeschichte, weil ein Kind im Mittelpunkt der Ereignisse steht. Aber sie ist auch eine Mutmachgeschichte – für alle, die sich manchmal klein, unverstanden und hilflos fühlen. - Und genau deshalb haben die Kinder diese Geschichte den Großen weiter erzählt! 
Frau Annette Waffenschmidt ist Pfarrerin in Lampertswalde