Berühmte Gräber im Dom zu Meißen

Von Andreas Beuchel

Viele Besucher des Meißner Dom fragen nach den Grabstellen von Bischof Benno und Anna von Sachsen.
Sie können diese Stellen jetzt im Dom besichtigen, außerdem eine visuelle Installation des Grabes (Tumba) von St. Benno.
In sehr hohem Alter starb Benno nach einer vierzig Jahre währenden bischöflichen Amtszeit vermutlich am 16. Juni 1106. Beigesetzt wurde er im Meißner Dom.
Bischof Withigo I. erhob seine Gebeine Ende des 13. Jahrhunderts zur Ehre der Altäre, was Bennos bistumsweite Verehrung gestattete. Bei dessen Neubau ließ Bischof Withego I. (1266 - 1293) das Grab öffnen und bestattete die Gebeine Bennos in einer in der Mitte der Kirche erbauten Tumba. Das verstärkte die Benno-Verehrung, doch erst in der Reformationszeit, am 31. Mai 1523, sprach Papst Hadrian ihn heilig. Anlässlich der Erhebung der Reliquien am Benno-Tag (16. Juni) 1524 kritisierte Martin Luther mit seiner Schrift »Wider den neuen Abgott und alten Teufel, der zu Meißen soll erhoben werden« diese Heiligsprechung.
Anna von Sachsen (* 23. Dezember 1544 in Dresden) war die Tochter des Kurfürsten Moritz von Sachsen und der Agnes von Hessen. Anna starb am 18. Dezember 1577 kurz vor ihrem 33. Geburtstag. Namenlos wurde sie im Dom zu Meißen an der Seite ihrer Vorfahren bestattet.

Andreas Beuchel ist Superintendent im Kirchenbezirk Meißen-Großenhain

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