Die drei ??? - Wer waren sie?

Steffen Brock

In vielen Bundesländern ist es Tradition: Das Sternsingen am Dreikönigstag. Meist sind es Kinder, die als die Heiligen Drei Könige verkleidet durch die Ortschaften gehen und für einige guten Gaben ihre Weihnachtslieder singen. Nach einer Tradition aus dem 16. Jahrhundert bringen sie an den Türen von Häusern und Wohnungen dann den Sternsingersegen an: CMB – „Christus mansionem benedicat“ – „Christus segne dieses Haus“. Zugleich aber stehen diese Buchstaben für den Namensbeginn von Caspar, Melchior und Balthasar – den – tja?, was waren sie nun ??? Waren sie drei Heilige Könige, die einen neugeborenen König aufsuchen wollten und am Stall von Bethlehem ankamen, nachdem sie am Königspalast von Jerusalem bei Herodes nicht fündig geworden waren? Waren es drei Sterndeuter – oder drei Magier – wie es aus den Urschriften hergeleitet in wissenschaftlich korrekte Sprache gebracht wird? Oder waren es die drei Weisen aus dem Morgenland – was sowohl zu den Königen als zu den Sterndeutern passen würde? Anhaltspunkte für eine Antwort finden wir in den Forschungen zum „Stern von Bethlehem“ als auch – ganz schlicht – im Matthäusevangelium. Das Evangelium nach Matthäus kennt nämlich weder die Verkündigung des Engels an Maria, dass sie den Heiland der Welt gebären wird, noch die Geschichte mit den Hirten. Das Matthäusevangelium weiß aber von Sternkundigen, die einen ganz besonderen Stern aufleuchten sahen und vermuteten in diesem Zeichen die Geburt eines besonderen neugeborenen Königs. Wir erfahren, dass es sich bei den drei Sterndeutern um Weise aus dem Morgenland handelt – also Forscher, die sich vom Osten her nach Jerusalem auf den Weg machen. Dann könnte es sich um persische oder auch chaldäische Gelehrte handeln, die einem besonderen Stern folgen. Über den Stern von Bethlehem ist auch viel geforscht worden, zumal in der Tat besondere Himmelsphänomene in vielen Hochkulturen des Altertums auf wichtige historische Ereignisse bezogen wurden. Allerding gibt es für alle Theorien immer wieder auch Anfragen und Widersprüche. Letztlich lässt sich also nichts wirklich beweisen, wobei es den Stern von Bethlehem durchaus wirklich auch gegeben haben kann. Wahrscheinlich aber kommt es darauf gar nicht an. Vielmehr kommt es wohl darauf an, dass mit der Huldigung der Magier, der Könige oder der Weisen aus dem Morgenland deutlich gemacht werden soll, dass mit dem Kind der Krippe ein ganz besonderes Kind, ein göttliches Kind geboren ist. Wichtiger als die „Heiligen drei Könige“ oder die „Magier“ oder die „Weisen aus dem Morgenland“ sind ihre Gaben: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Erst durch sie lässt sich die Dreizahl der Sterndeuter vermuten. Zugleich aber haben diese Geschenke Symbolcharakter: Das Gold spricht von der Herrlichkeit und Gerechtigkeit Jesu und von seiner göttlichen Vollkommenheit. Zugleich ist es Zeichen der Macht. Mit der Huldigung des goldbringenden Magiers wird folglich ausgesagt, dass alle weltliche Macht dem Gotteskind Jesus Christus unterworfen wird. Der Weihrauch ist ein Bild von der Herrlichkeit Jesu in seinem Wandel hier auf der Erde. Er steht in vollkommener Gemeinschaft mit Gott, dem Vater. Zugleich gilt Weihrauch als Symbol der Weisheit. Dann kommt mit der Huldigung der Magier alles menschliche Denken und Wissen vor der Weisheit Gottes, die oft ganz schlicht und manchmal auch widersinnig erscheint, an ihre Grenzen. Und die Myrrhe schließlich ist ein herrlich riechendes Harz, jedoch sehr bitter. Myrrhe spricht daher überdeutlich von den Leiden, die das Kind von Bethlehem einst wird erdulden werden müssen. Alles Leiden von Menschen auf der Welt ist dem Jesuskind – und damit Gott – nicht unbekannt. Aber er hat es überwunden und verheißt diese Überwindung auch allen, die Leiden tragen.

Steffen Brock ist Pfarrer im Kirchspiel Bärnsdorf-Naunhof