Der Weihnachtsbaum

Von Andreas Beuchel

Haben Sie Ihren schon geholt? Ich meine den Weihnachtsbaum. Heute oder morgen muss er nun aufgestellt werden und jeder schmückt ihn auf ganz besondere Weise.
Im Buch „Leiden des jungen Werther“ schreibt Goethe von der Vorfreude und „von dem Vergnügen, das die Kleinen haben würden, und von den Zeiten, da Einen die unerwartete Öffnung der Tür und die Erscheinung eines aufgeputzten Baumes mit Wachslichtern, Zuckerwerk und Äpfeln in paradiesische Entzückung setzte.“
Ein solcher Christbaum war aber in Deutschland des ausgehenden 18. Jahrhunderts eher eine Seltenheit.  Damals wurden, diejenigen, die ihn in die Stuben holten, von der Forstverwaltung nicht gerne gesehen. Die Tradition der Bäume ist allerdings sehr viel älter und stammt aus dem Elsass. Um 1603 gibt es eine Nachricht aus Straßburg von einem  „Dannenbaum“, der mit „Rosen aus farbigen Papier, Äpfeln, Oblaten und Zucker“ behängt war. Heute gehört der Lichterbaum zum Weihnachtsfest, wie der Festbraten und die Geschenke einfach dazu.
Das Grün des Baumes ist für uns Menschen schon immer ein Sinnbild für das Leben.
Wie es auch vom Lied „O Tannenbaum“ kennen: „dein Kleid will mich was lehren:
Die Hoffnung und Beständigkeit gibt Trost und Kraft zu jeder Zeit…“
Wie der Baum so hat auch dessen Schmuck eine besondere Bedeutung.
Nüsse zum Beispiel  verweisen auf Jesus Christus, dessen Geburtstag wir zu Weihnachten feiern. Die Hülle versinnbildlicht das Fleisch Christi, der Kern das süße Leben, die Schale das Holz des Kreuzes. ( nach Kirchenvater Augustin)
So wird auch durch die Nüsse die Verbindung von Weihnachten, Karfreitag und Ostern verdeutlicht. Durch den Tod und die Auferstehung Jesu können wir die Bedeutung, dass Gott Mensch wurde erst verstehen.
Und wenn am Heiligen Abend in unseren Wohnzimmern und den Kirchen die Lichter des Baumes dann erstrahlen, wird die Welt ein wenig verzaubert sein, damit wir nicht vergessen wie schön das Leben ist und das Paradies uns näher, als wir es oft glauben.

Andreas Beuchel,
Superintendent des Kirchenbezirkes Meißen-Großenhain