Voll im Trend

Von Birgitt Schneider
Immer mehr Menschen entdecken die Vorzüge des Teilens. Geteilt werden Kindersachen, Baumaschinen, Gemüse und Blumen aus den Gärten, Autos, Ferienwohnungen, große und kleine Gedanken und vieles mehr. Und bald teilen Kinder am 11. November während der vielen Martinumzüge Brötchen und das Licht in ihren schönen Laternen. Der Martinstag erinnert an eine alte und eindrucksvolle Geschichte, die uns zurück in das 4. Jahrhundert unserer Zeitrechnung führt. Im Jahr 316/17 wurde in Savaria in der römischen Provinz Pannonia prima im heutigen Ungarn ein kleiner Junge, namens Martin, als Sohn eines römischen Offiziers geboren. Mit 15 Jahren musste er nach dem Willen seines Vaters dem römischen Militär beitreten und wurde bald zum Offizier ernannt. Viele Geschichten und Legenden ranken sich um diesen Martin. Eine davon spielte sich während seiner Dienstzeit ab und wurde besonders bekannt: In einer kalten Winternacht begegnete der Soldat Martin in der Stadt Amiens in Gallien im heutigen Frankreich einem frierenden Bettler und ließ sich von der Not des armen Mannes anrühren. Kurz entschlossen teilte Martin seinen weiten Soldatenmantel mit dem Schwert in zwei Teile und gab dem Bettler die Hälfte davon. Diese Geste wurde zum Symbol des Teilens und der Mitmenschlichkeit. Als er später in der französischen Stadt Tours zum Bischof ernannt werden sollte, weigerte er sich und flüchtete der Legende nach in einen Gänsestall. Durch das Geschnatter der Gänse wurde sein Versteck entdeckt. Als Bischof nutzte Martin sein Amt um Menschen zu helfen. Nach seinen Tod wurde Martin durch die katholische Kirche heiliggesprochen und der 11. November zu seinem Namenstag ernannt.

Wie gut, dass dieser Trend zum Teilen und Helfen zu allen Zeiten Menschen zur Nachahmung angeregt hat. Vielleicht kann das Martinsfest 2016 auch unsere Phantasie beflügeln. Was können wir mit anderen Menschen teilen? Wie wäre es zum Beispiel mit unserer Zeit, unserem Können, unserem Reichtum oder unserem Wissen. Ich bin mir sicher, dass sich jemand finden lässt, dem es dadurch ein wenig wärmer und heller wird. Ihnen allen einen aufmerksamen Martinstag und ein fröhliches Teilen und natürlich viel Freude an den Lichtern, Liedern und Martinshörnchen.

Birgitt Schneider ist Bezirkskatechetin im Kirchenbezirk Meißen-Großenhain