Erntedanktag

 


Von Andreas Beuchel

Am 2. Oktober findet der diesjährige Erntedanktag in unserem Land statt. Die Kirchgemeinden feiern im September oder an diesem 1. Sonntag im Oktober deshalb Erntedankgottesdienste und so sind die Altarräume der Gotteshäuser mit den Erntegaben des Jahres geschmückt. Neben wunderschönen Blumen, sind da auch Birnen, Äpfel, Nüsse, Kartoffeln, Brote und Tüten mit Mehl und Zucker… zu sehen.
Gott sei Dank, muss in unserem Land keiner mehr Hunger erleiden.
Und deshalb, denke ich, sind solche Gedenk – und Danktage wichtig.
Denn sie erinnern daran, mit wieviel Mühe und Arbeit unserer Lebensmittel hergestellt werden. Und das bei allem Tun das „Wachsen und Gedeihen“, wie es in einem Lied heißt, nicht in unserer Hand liegt (EG 508,1). Bei dem reichhaltigen Angebot in den Supermärkten oder Läden kann das leicht vergessen werden.
Die Früchte der Erde und die Früchte der Arbeit laden uns ein dankbar zu sein.
Erntedank gibt uns aber auch die Zeit einmal wieder inne zu halten und über die Lebensfrüchte des vergangen Jahres nachzusinnen. Was ließ mich „Grünen“ in diesem Jahr? Was half mir zum Leben?  Was gab mir Halt? Welche Früchte trug meine Arbeit?
Ich finde es gut, nicht nur an Geburtstagen oder zum Jahreswechsel darüber nachzudenken. Gerade der Anblick der schönen Erntegaben lässt das Leben in hoffnungsvollen Farben erstrahlen. Der Misserfolg, die schwere Krankheit oder der Streit sind nicht vergessen, aber sie lassen nicht alles trostlos erscheinen.
Ein dankbarer Mensch sieht über den Horizont des Alltäglichen hinaus und bekommt so Kraft für jeden neuen Tag.
Und er kann andere ermutigen die vielfältigen Erntegaben des Lebens anzunehmen und zu genießen.
Beim Prediger Salomo liest man: Da merkte ich, dass es nichts Besseres gibt, als dass der Mensch fröhlich ist bei seiner Arbeit. Dass er aber essen und trinken kann bei all seinem Mühen, ist auch eine Gabe von Gott.“ (Prediger 3, 12+13 nach Jörg Zink).
Superintendent Andreas Beuchel, Ephorie Meißen-Großenhain